Widerspenstige Tumorzellen - Geistheilung
wirkungslos Testreihe in einer Schweizer Uniklinik (2000): weitgehend enttäuschend
Vier prominente Heiler aus Italien, Polen, Griechenland und den Philippinen wurden im Mai 2000 von der Forschungsabteilung einer Schweizer Universitätsklinik zu einer streng kontrollierten Testreihe in ihr Labor eingeladen. Zu ihnen gesellte sich die Ehefrau eines angereisten Wissenschaftlers,
die bisher nicht durch besondere heilerische Begabung aufgefallen war. Ein Forscherteam unter Leitung eines Professors für Mikrobiologie, der in Sorge um seinen akademischen Ruf lieber ungenannt bleibt, wollte herausfinden: Was richtet Geistiges Heilen bei isolierten Tumorzellen aus? Das ernüchternde Ergebnis: so gut wie nichts, zumindest unter den gewählten Versuchsbedingungen. Bei drei verschiedenen Versuchen erhielt jeder Heiler mehrere Mikrotiterplatten, die bösartige
Melanomzellen einer Maus und eines Menschen, Tumorzellen aus der Pankreas (Bauchspeicheldrüse) von Ratten sowie Fibroblasten (Bindegewebszellen) in einer Nährlösung enthielten. Würde Geistiges Heilen die Proliferation (Wachstum) und bestimmte Funktionen der Zellen beeinflussen? Mehrere Minuten lang hielten die Getesteten ihre Hände über die Platten, in heilender Absicht. Anschließend kamen die Kulturen in einen Brutschrank. Danach wurde die Anzahl der Zellen ausgezählt, im Vergleich mit
unbehandelten Kontrollplatten. | | Geistiges Heilen in der
ärztlichen Praxis |
Zu diesem Forschungsprojekt ermutigt hatte eine Reihe von vielversprechenden Vorgängerstudien. Sie deuteten darauf hin, daß Geistheiler
Krebszellen nicht nur in vivo, im lebenden Organismus, beeinflussen können, sondern auch in vitro. (Siehe zusammenfassend mein Beitrag “Wenn Tumoren ‚spontan‘ schrumpfen – Geistiges Heilen bei Krebs” in H. Wiesendanger (Hrsg.): Geistiges Heilen für eine neue Zeit – Vom ‚Wunderheilen‘ zur ganzheitlichen Medizin, Kösel-Verlag: München 1999, S. 62-75.) - Der britische Heiler Matthew Manning veränderte die Wachstumsrate von
Gebärmutterkrebszellen um das 200- bis 1200fache - durch 20minütiges “Handauflegen” ebenso wie durch bloße Konzentration von einem anderen, elektromagnetisch abgeschirmten Raum aus. (1) - Am Pekinger Institut für Immunologie gelang es einem Qi-Gong-Meister, in einer einzigen Testsitzung 30,7 Prozent aller Gebärmutterkrebszellen einer Testkultur abzutöten; in einem weiteren Versuch starben 25 Prozent aller malignen Magenkrebszellen ab. (2) - Der amerikanische
Heiler Dr. Leonard Laskow, ein praktizierender Gynäkologe, veränderte in mehreren Testreihen die Wachstumsrate von Tumorzellkulturen um 21 bis 39 Prozent - teils durch bloße Konzentration, teils durch das Befeuchten der Kulturen mit Wasser, das Dr. Laskow zuvor “mit Heilenergie aufgeladen” hatte. (3) - In Versuchen am Parapsychologischen Labor der Universität Utrecht, Niederlande, gelang es einem Geistheiler 1980, das Wachstum von bösartigen Tumorzellen im Reagenzglas, im
Vergleich mit gleichartigen Kontrollproben, um bis zu 39 Prozent zu verlangsamen - aus zwei Metern bis 15 Kilometern Entfernung, anhand von Fotos der zu “behandelnden” Zellkulturen. (4) Versuch 1: Zellproliferation Gelingt es den
Heilern, die Vermehrung von Krebszellen auf “geistigem” Wege zu bremsen? Zum Einsatz kamen drei Arten von Tumorzellen. Sie stammten aus Melanomen – bösartigen Hautpigmenttumoren – von Mäusen (Zelltyp B16-F1) und Krebspatienten (Zelltyp HBL) sowie aus der Bauchspeicheldrüse von Ratten (Zelltyp AR4-2J). Zur Vorbereitung der ersten drei Heilertests wurden die Zellen auf die 96 Kuhlen je einer Mikrotiterplatte verteilt. (Siehe Abbildung unten.12 Kuhlen pro Reihe, 8 Kuhlen
pro Spalte. Die äußeren Reihen und Spalten blieben für das Experiment unberücksichtigt. Jede der übrigen Reihen enthielt pro Kuhle 150, 300, 500, 700, 1000, 2000, 3000, 4000, 5000 bzw. 6000 Zellen, und jede Spalte bestand aus sechs identischen Kuhlen, so daß der Wert jeder Anzahl Zellen sechsmal bestimmt werden konnte.) Jedem Heiler blieb etwa eine Viertelstunde Zeit, bis zu drei solcher Platten zu “behandeln”. Je eine Mikrotiterplatte blieb zur Kontrolle unbehandelt im
Brutschrank. Nach 72 Stunden Inkubation wurde die Zellzahl bestimmt. Ergebnis: kein signifikanter Unterschied zwischen behandelten und Kontrollzellen. Lediglich bei zwei der fünf Probanden fielen leichte Abweichungen auf: - bei dem Polen R., allerdings nur bei einem der drei Zelltypen (AR4-2J Pankreastumorzellen), einem einzigen Wert (3000 Zellen) und bloß einer Platte, nicht bei den zwei anderen von ihm “behandelten”
Platten;bei der Wissenschaftlergattin, allerdings auch nur bei einem der drei Zelltypen (menschliche HBL Melanomzellen) und auch nur bei den Zellkonzentrationen zwischen 1000 und 2000. Versuch 2: Zellfunktion Sind die Heiler imstande, Zellfunktionen in vitro zu beeinflussen – zum Beispiel die Melanogenese von B16-F1 Mauszellen? (Melanine sind Pigmente, die in der Epidermis oder in einer darunterliegenden Zellschicht gebildet und abgelagert werden; sie bewirken unter anderem die Färbung der Haut.) Für jeden Heiler wurden zwei Mikrotiterplatten vorbereitet – eine zur “Geistheilung”, eine zur Kontrolle -, in deren 96 Kuhlen
jeweils 2500 Tumorzellen ausgesät wurden; beigebenes L-Tyrosin diente dazu, die Melanogenese auszulösen. Jeweils eine der Platten wurde 24 Stunden später von einem Geistheiler “behandelt”, beide Platten kamen anschließend für drei Tage in den Brutschrank, unter konstanten Bedingungen von 37 Grad Celsius und fünf Prozent CO2. Abermaliges Ergebnis: kein Unterschied zwischen behandelten und unbehandelten Zellen – bei keinem der fünf Heiler.
Ob Zellproliferation oder Melaninproduktion in Tumorzellen: kein nennenswerter Unterschied
zwischen “geistig” behandelten und unbehandelten Proben.
Versuch 3: Zellverhalten nach Transplantation Können Geistheiler die Gefährlichkeit von Tumorzellen – ihr Metastasierungspotential – in vitro entschärfen, ehe sie in Versuchstieren
weiterwachsen? Zwei Heiler erhielten zur “Behandlung” je eine 50 ml-Zellkulturflasche mit einer halben Million B16-F1 Zellen pro Milliliter. Ihre Aufgabe bestand darin, die Zellen zu “inaktivieren”, so daß sich weniger Lungenmetastasen bilden würden, nachdem diese Zellen Versuchstieren injiziert werden. Zur Kontrolle blieb jeweils eine weitere Flasche mit ebensovielen Tumorzellen desselben Typs unbehandelt. 18 Tage später wurden die Metastasen ausgezählt. Ergebnis: Ob einer Labormaus nun “geistig” vorbehandelte oder unbehandelte Tumorzellen gespritzt worden waren, machte keinen nennenswerten Unterschied – bei keinem der getesteten Heiler.
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